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Archive für 28.7.2011
Zum 50. Jahrestag des Mauerbaus im August wird meine Ausstellung in der Fotogalerie Helsingforser Platz noch einmal gezeigt:
28.7.2011 von BerlinerFotoSalon.
Nicht von Dauer war die Mauer
Eine visuelle Gegenüberstellung von Damals und Heute
Ausstellungseröffnung am 4.8.2011 um 19 Uhr
Helsingforser Platz 1, 10243 Berlin
Nahe Warschauer Brücke
es spricht Michael Nungesser, Kunsthistoriker
Die Ausstellung wird vom 5.8. bis zum 16.9.2011 gezeigt
Vor 50 Jahren trennte die Berliner Mauer die Stadt. Familien, Freunde, Nachbarn konnten von einen auf den anderen Tag nicht mehr zusammenkommen. Ihr Leben verlief ab sofort in unterschiedlichen Gesellschaften, mit verschiedenen Möglichkeiten und Träumen.
Westberlin wurde ein revolutionärer Ort der Studentenbewegung. Im Osten blühte der sowjetische Sozialismus und wurde 1989 von der eigenen Bevölkerung abgeschafft. Durch die Wiedervereinigung zur Hauptstadt mutiert, bemüht sich Berlin nun tapfer, aber hoffentlich vergeblich, schick zu werden. Aber es gab auch Zeiten dazwischen. Da sind die Fotos entstanden.
Im Osten durfte die Mauer von Staats wegen erst gar nicht gesehen, fotografiert, berührt werden. Im Westen war es cool die Mauer zu ignorieren, niemand wollte in die Kalte-Kriegs-Ecke gedrängt werden.
Deshalb entstanden meine Fotos meist auch in anderen Kontexten, die Mauer selbst war eher Hintergrund, Unvermeidliches. Das Leben, Kreuzberger Stadtgeschehen, Graffitis, Skurriles, Kämpferisches war mir vordergründig wichtiger. Die Mauer fiel mir erst auf, als ich fasziniert die ungewohnten Leerstellen, die Brachen entdeckte die ab 1990 ohne die Mauersegmente blieben, entstanden oder vergingen. Ich fotografierte, wie auch die folgenden rasanten Veränderungen in meiner Nachbarschaft. So kristallisierte sich allmählich die visuelle Gegenüberstellung heraus. Ergänzt durch Fotos aus der Zeit der Maueröffnung wurde es zur Ausstellung. Später kam das Buch hinzu.
In dieser Arbeit habe ich mich auf den Bezirk Kreuzberg zu Mitte, Friedrichshain, Treptow konzentriert. Es ist der Bezirk mit der längsten innerstädtischen Mauergrenze. Von hier stammen die berühmten Mauersegmente mit den Kunstwerken des französischen Künstlers Thierry Noir, der auch im alternativen Kreuzberger Mauerschatten lebte. Es war auch in Kreuzberg, wo der erste Mauerabschnitt, am Engelbecken, zu mitternächtlicher Stunde abgerissen wurde (zuvor waren nur schmale Durchgänge für den Verkehr geschaffen worden). Und hier steht das längste noch erhaltene Mauerstück, die berühmte EastSideGallery, die vor vielen Jahren in typischer Berliner LebensArt zum “Oststrand” umfunktioniert wurde. Und es ist die Gegend in der ich seit Jahrzehnten lebe.
Teile dieser Ausstellung, insbesondere die Fotos der Maueröffnung wurde 1990 zu den sog. „2 plus 4“ Gesprächen in der Nähe von Lissabon gezeigt, das dortige Goethe Institut hatte von meinen Fotos erfahren und die geschichtswichtigen Politiker und wenige
-innen dieser Konferenz über die Zukunft Europas konnten sich das geschichtsreale Kreuzberger Geschehen in den Verhandlungspausen anschauen. Später reiste die Ausstellung als kompakte Fotoausstellung dann auch noch auf Einladung des brasilianischen Goethe Institut nach Sao Paulo.
Die vollständige Arbeit wurde dann erstmals 2006 in einer großen Installation in Zusammenarbeit mit dem Kulturring im Kreuzberger Rathaus auf zwei Etagen gezeigt. Bürgermeister Frank Schulz war Schirmherr und Redner. Und im vorletzten Jahr kam die Ausstellung dann erstmals auch im tiefen Westen an, im Wiesbadener FrauenMuseum.
Es freut mich, dass ich diese inzwischen ja schon historische Arbeit nun nochmal zum 50. Jahrestag des Mauerbaus in dieser zu DDR-Zeiten legendären Fotogalerie präsentieren kann.
Ruth E. Westerwelle ist Fotografin, freischaffende Künstlerin, Dozentin und Autorin
www.RuthWesterwelle.de, www.BerlinerFotoSalon.de
Das Buch „Nicht von Dauer ist die Mauer“ ist in limitierter Auflage während der Ausstellung dort käuflich zu erwerben.
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